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    Messie-Wohnung: Hilfe für Angehörige

    Sie sind nicht allein. Einfühlsame Beratung und diskrete Unterstützung – für Sie und Ihre Familie, ohne Vorurteile.

    Lesezeit: 14 Min. Aktualisiert: Februar 2026

    Ein Wort vorab

    Das Messie-Syndrom (pathologisches Horten) ist eine ernstzunehmende psychische Belastung – keine Faulheit, kein Charakterfehler. Betroffene verdienen Verständnis und professionelle Hilfe, keine Verurteilung. Als Angehörige stehen Sie vor einer schwierigen Situation, und es ist wichtig, dass auch Sie Unterstützung bekommen.

    Als Angehöriger mit Messie-Syndrom umgehen

    Wenn ein Elternteil, Partner oder Kind unter dem Messie-Syndrom leidet, ist das für die ganze Familie belastend. Sie sehen, wie Ihr Angehöriger unter der Situation leidet, möchten helfen – aber wissen nicht wie. Oft führt gut gemeinte Kritik zu Konflikten, und die Beziehung leidet.

    Das Wichtigste zuerst: Sie können Ihrem Angehörigen nicht die Entscheidung abnehmen. Aber Sie können informiert, einfühlsam und geduldig sein. Und wenn der Zeitpunkt kommt, können Sie die richtigen Schritte einleiten.

    Woran erkenne ich das Messie-Syndrom?

    Überfüllte Räume

    Kaum noch Platz zum Gehen, Stapel von Gegenständen überall

    Trennungsschwierigkeiten

    Kann sich von nichts trennen, selbst offensichtlichem Müll

    Vermeidung von Besuch

    Lässt niemanden mehr in die Wohnung, schämt sich

    Soziale Isolation

    Zieht sich zurück, bricht Kontakte ab

    Scham und Geheimhaltung

    Versteckt die Situation vor anderen

    Emotional belastet

    Leidet sichtbar unter der Situation, fühlt sich hilflos

    Wichtig: Nicht jede unordentliche Wohnung ist ein Messie-Fall. Das Syndrom geht mit erheblichem Leidensdruck und psychischen Ursachen einher.

    Was Sie als Angehöriger tun können

    1

    Verstehen statt verurteilen

    Informieren Sie sich über das Messie-Syndrom. Verstehen Sie, dass Ihr Angehöriger nicht "einfach aufräumen" kann – es ist eine psychische Belastung mit oft tieferen Ursachen (Trauma, Depression, Zwangsstörung).

    2

    Einfühlsam kommunizieren

    Vermeiden Sie Vorwürfe und Ultimaten. Sprechen Sie über Ihre Sorgen, nicht über die Unordnung. Fragen Sie, wie es Ihrem Angehörigen geht. Zeigen Sie, dass Sie helfen möchten – nicht kontrollieren.

    3

    Professionelle Hilfe empfehlen

    Ermutigen Sie Ihren Angehörigen, eine Selbsthilfegruppe oder psychologische Beratung aufzusuchen. Bieten Sie an, bei der Suche zu helfen oder zu begleiten.

    4

    Geduld haben

    Veränderung braucht Zeit. Es kann Monate oder Jahre dauern, bis Ihr Angehöriger bereit ist, Hilfe anzunehmen. Bleiben Sie geduldig und zeigen Sie weiterhin Unterstützung.

    5

    Für sich selbst sorgen

    Auch Sie als Angehöriger brauchen Unterstützung. Sprechen Sie mit jemandem über Ihre Belastung. Es gibt auch Selbsthilfegruppen für Angehörige.

    Was Sie vermeiden sollten

    Heimlich aufräumen oder Dinge wegwerfen – das zerstört Vertrauen und kann traumatisierend sein
    Ultimaten stellen ('Räum auf oder ich gehe') – Druck verschlimmert die Situation
    Die Situation vor anderen bloßstellen oder mit Dritten besprechen ohne Einwilligung
    Vorwürfe machen oder Ihr Unverständnis zeigen ('Wie kann man so leben?')
    Zu einer Entrümpelung zwingen – ohne Einwilligung kann das die Beziehung zerstören

    Bei akuter Gefahr: Wann Handeln notwendig ist

    In manchen Situationen ist ein Eingreifen auch ohne vollständige Einwilligung notwendig – nämlich wenn Gesundheit oder Leben gefährdet sind:

    Starker Schimmelbefall in der Wohnung
    Ungeziefer- oder Rattenbefall
    Einsturzgefahr durch extreme Überladung
    Verdorbene Lebensmittel in großen Mengen
    Blockierte Fluchtwege (Brandgefahr)
    Gefährdung von Kindern oder hilflosen Personen

    In diesen Fällen:

    • Kontaktieren Sie das Gesundheitsamt Ihrer Kommune
    • Oder den sozialpsychiatrischen Dienst
    • Diese können auch ohne Einwilligung eingreifen
    • Wir arbeiten in solchen Fällen eng mit Behörden zusammen

    Wie wir helfen können

    Absolute Diskretion

    Neutrale Fahrzeuge, keine Uniformen. Wir arbeiten so, dass Nachbarn nichts mitbekommen.

    Einfühlsamer Umgang

    Unser Team ist geschult für den sensiblen Umgang mit Betroffenen. Kein Urteilen, nur Helfen.

    Einbeziehung Betroffener

    Betroffene können auf Wunsch dabei sein und mitentscheiden. Oder auch nicht – ganz wie gewünscht.

    Professionelle Ausrüstung

    Schutzausrüstung für Schimmel, Ungeziefer und andere gesundheitsgefährdende Bedingungen.

    Sorgfältige Sichtung

    Wir durchsuchen alles nach Wertgegenständen, Dokumenten und wichtigen Erinnerungsstücken.

    Grundreinigung inklusive

    Nach der Räumung reinigen wir gründlich – für einen echten Neuanfang.

    Wichtige Anlaufstellen

    Selbsthilfegruppen Messie

    Austausch mit Betroffenen und Angehörigen, gegenseitige Unterstützung

    Sozialpsychiatrischer Dienst

    Kostenlose Beratung bei den Gesundheitsämtern, Hausbesuche möglich

    Psychologische Beratungsstellen

    Professionelle Therapie zur Behandlung der Ursachen

    Hausarzt

    Erster Ansprechpartner für Überweisungen zu Fachärzten oder Therapeuten

    Anonyme Beratungstelefone

    Erste Orientierung ohne Verpflichtungen

    Häufige Fragen von Angehörigen

    Wie erkenne ich, ob mein Angehöriger unter dem Messie-Syndrom leidet?

    Typische Anzeichen sind: Überfüllte Räume, Schwierigkeiten sich von Gegenständen zu trennen, Vermeidung von Besuch, soziale Isolation und Schamgefühle. Wichtig: Das Messie-Syndrom ist eine ernstzunehmende psychische Belastung, keine Charakterschwäche.

    Soll ich meinen Angehörigen zur Entrümpelung zwingen?

    Nein, Zwang ist kontraproduktiv. Das Messie-Syndrom hat psychische Ursachen. Betroffene brauchen professionelle Hilfe und Verständnis. Eine Entrümpelung ohne Einwilligung kann die Situation verschlimmern – außer bei akuter Gefahr (z.B. Ungeziefer, Schimmel, Einsturzgefahr).

    Wie kann ich meinem Angehörigen am besten helfen?

    Zeigen Sie Verständnis ohne zu urteilen. Bieten Sie Unterstützung an, ohne zu drängen. Informieren Sie sich über Selbsthilfegruppen und psychologische Beratungsstellen. Bei Einwilligung: Wählen Sie eine einfühlsame Entrümpelungsfirma, die Erfahrung mit Messie-Situationen hat.

    Was tun bei akuter Gefahr (Schimmel, Ungeziefer, Verwahrlosung)?

    Bei gesundheitsgefährdenden Zuständen sollten Sie das Gesundheitsamt oder den sozialpsychiatrischen Dienst Ihrer Kommune kontaktieren. Diese können bei akuter Gefahr auch ohne Einwilligung eingreifen. Wir arbeiten in solchen Fällen eng mit den Behörden zusammen.

    Wie diskret arbeitet eine Entrümpelungsfirma bei Messie-Wohnungen?

    Seriöse Anbieter wie wir nutzen neutrale Fahrzeuge ohne Firmenlogo, tragen keine auffällige Kleidung und arbeiten so, dass Nachbarn möglichst nichts mitbekommen. Alle Informationen werden streng vertraulich behandelt.

    Was kostet die Entrümpelung einer Messie-Wohnung?

    Die Kosten hängen vom Schweregrad ab: Arbeitsaufwand, Entsorgungsmenge, Sondermüll, Reinigung. Für eine 2-Zimmer-Wohnung mit mittlerem Schweregrad rechnen Sie mit 2.000–5.000 €. Wir erstellen nach diskreter Besichtigung einen verbindlichen Festpreis.

    Können Betroffene bei der Entrümpelung dabei sein?

    Das entscheiden die Betroffenen selbst. Manche möchten dabei sein und mitentscheiden, was behalten wird. Andere bevorzugen, nicht anwesend zu sein. Wir richten uns ganz nach den individuellen Wünschen und gehen in jedem Fall respektvoll vor.

    Welche Anlaufstellen gibt es für Hilfe bei Messie-Syndrom?

    Wichtige Anlaufstellen sind: Selbsthilfegruppen (z.B. Messie-Selbsthilfe), Psychologische Beratungsstellen, Sozialpsychiatrischer Dienst der Kommune, Hausarzt (für Überweisung zu Therapeuten). Diese bieten professionelle Unterstützung bei den Ursachen.

    Vertrauliches Gespräch – Wir hören zu

    Der erste Schritt ist oft der schwerste. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns – wir behandeln alles streng vertraulich und ohne Vorurteile.

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